Bastelanleitung

Handlettering lernen: Grundstriche und erstes Wort für Anfänger

Beim Handlettering mit dem Pinselstift gilt eine Grundregel: Aufstriche ziehst Du mit wenig Druck dünn, Abstriche mit viel Druck dick. Du übst zuerst diese Grundstriche auf einem Linienblatt, dann Ober- und Unterschwünge, aus denen viele Kleinbuchstaben bestehen. Ohne Pinselstift geht Faux Calligraphy: Du schreibst mit einem normalen Stift und verdickst nachträglich alle Abstriche. Ein Wort wie „nun“ besteht nur aus Grundstrichen und eignet sich gut als erstes Wort.

  • Dauer30 Minuten Übung
  • Schwierigkeiteinfach
  • Alterab 10 Jahren
  • Kostenetwa 5 bis 10 Euro für einen Pinselstift

Zur Anleitung

Handlettering lernen: so sieht das fertige Ergebnis aus
So sieht es fertig aus

Das brauchst Du

  • 1 Pinselstift (Brush Pen) mit flexibler Spitze, für den Anfang eine kleine, feste Spitze
  • glattes Papier, z. B. Laserdruckerpapier 100 g
  • ausgedrucktes Linienblatt oder Lineal und Bleistift
  • für Faux Calligraphy: ein normaler Filzstift oder Fineliner

Werkzeug: Lineal, Bleistift, Radiergummi

Schritt für Schritt

Schritt 1: Stift richtig halten

Stift richtig halten

Den Pinselstift flach halten, etwa im 45-Grad-Winkel zum Papier, nicht senkrecht. So liegt die Spitze mit der Seite auf und Du kannst den Strich über den Druck steuern.

Schritt 2: Linienblatt vorbereiten

Linienblatt vorbereiten

Auf das Papier Hilfslinien zeichnen: Grundlinie, darüber die x-Höhe für Kleinbuchstaben, dazu Linien für Ober- und Unterlängen. Für den Anfang eine x-Höhe von etwa 1,5 cm.

Schritt 3: Grundstriche: dünn nach oben, dick nach unten

Grundstriche: dünn nach oben, dick nach unten

Aufstriche mit wenig Druck ziehen, dann bleibt der Strich dünn. Für Abstriche den Stift fester aufdrücken, sodass die Spitze breit aufliegt. Eine Zeile im Wechsel üben, die Abstände gleich halten.

Schritt 4: Ober- und Unterschwung

Ober- und Unterschwung

Ein Unterschwung beginnt dick nach unten und läuft unten in einem dünnen Bogen wieder hoch, wie beim u. Ein Oberschwung ist umgekehrt: dünn hoch, oben rund, dann dick nach unten, wie beim n. Je eine Zeile üben.

Schritt 5: Faux Calligraphy

Faux Calligraphy

Ohne Pinselstift geht es so: das Wort mit einem normalen Stift in Schreibschrift schreiben, neben jeden Abstrich eine zweite Linie ziehen und die Lücke ausmalen. Die Aufstriche bleiben einfach.

Schritt 6: Dein erstes Wort

Dein erstes Wort

Für das erste Wort eignet sich „nun“: Es besteht nur aus Abstrichen, Ober- und Unterschwüngen. Jeden Buchstaben langsam schreiben und zwischen den Strichen ruhig absetzen. Danach kannst Du Wörter wie „mini“ oder „hallo“ versuchen.

Kleiner Tipp

Langsam schreiben ist beim Handlettering richtig: Jeder Strich wird einzeln gezogen, zwischen den Strichen darfst Du den Stift absetzen. Glattes Papier schont die Pinselspitze, auf rauem Zeichenpapier franst sie schnell aus.

Häufige Fragen

Welcher Stift ist für Handlettering-Anfänger gut?

Ein Pinselstift mit kleiner, eher fester Spitze. Er verzeiht zitternde Hände besser als eine große weiche Pinselspitze. Wer erst testen möchte, startet mit Faux Calligraphy und einem normalen Filzstift.

Was ist der Unterschied zwischen Handlettering und Kalligrafie?

Kalligrafie ist das Schönschreiben nach festen Schriftregeln, meist mit Feder. Handlettering zeichnet Buchstaben freier und mischt Stile, oft mit Pinselstift. Die Grundregel dünn nach oben, dick nach unten gilt bei beiden.

Wie lange dauert es, Handlettering zu lernen?

Die Grundstriche sitzen bei täglich 15 Minuten Übung meist nach ein bis zwei Wochen. Für ein gleichmäßiges ganzes Alphabet brauchen die meisten einige Wochen.